Deutscher Immobilienmarkt Q1 2026: Stabilität trotz geopolitischer Turbulenzen

Marktanalyse Q1 2026 – Deutscher Immobilienmarkt

Das erste Quartal 2026 war geprägt von zwei Phasen: einem starken Jahresauftakt mit spürbarem Optimismus – und ab Ende Februar dem Ausbruch des Iran-Kriegs. Trotzdem zeigt der Markt bemerkenswerte Resilienz. Unsere Einschätzung für Grundstückseigentümer und Investoren.

+3–4% Preisprognose 2026 für Wohnimmobilien (Dr. Klein, LBBW, BVR)
8,6Mrd. Transaktionsvolumen Q1 2026 – rund 20 % über Vorjahr (BNP/altii)
700k Fehlende Wohneinheiten in Deutschland – struktureller Preisanker

Ein Quartal in zwei Akten

Der Januar und Februar 2026 starteten mit echtem Optimismus: DAX und S&P auf Allzeithochs, die EZB hatte die Zinsen mehrfach gesenkt, und das Kreditvolumen für Immobilien lag bereits 2025 rund 31 Prozent über dem Vorjahr. Institutionelle Investoren allokierten wieder verstärkt in deutsche Immobilien – als bevorzugten Core-Investmentmarkt in Europa.

Am 28. Februar änderte sich das Bild abrupt: Der Ausbruch des Iran-Kriegs mit anschließender Sperrung der Straße von Hormus schickte Energiepreise nach oben und erhöhte die Nervosität an den Kapitalmärkten. Doch was zunächst wie ein Schock wirkte, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als beherrschbar.

Preisentwicklung Wohnimmobilien Deutschland – Indexiert (2022 = 100)
85 95 103 110 2022 2023 2024 2025 Q1 ’26 Prog. Ist-Entwicklung Prognose

Was die Zahlen wirklich sagen

Entgegen mancher pessimistischer Erstreaktion zeigt das Q1 2026 auf aggregierter Ebene ein robustes Bild. Laut BNP Paribas Real Estate und altii lag das Transaktionsvolumen bei rund 8,6 Milliarden Euro — etwa 20 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Büroimmobilien legten sogar über 60 Prozent zu.

Der deutsche Immobilienmarkt hat die Talsohle durchschritten. Steigende Nachfrage, knappes Angebot, verbesserte Kaufkraft — alle relevanten Indikatoren zeigen nach oben.

— HomeScale Marktbericht, März 2026

Besonders bemerkenswert: Im März verzeichneten die fünf größten deutschen Metropolen einen plötzlichen Nachfrageanstieg von rund 7 Prozent — die sogenannte „März-Anomalie“. Viele Kaufinteressenten sicherten sich Finanzierungen, bevor weitere Zinssteigerungen erwartet wurden. Ein klares Zeichen: Der Markt ist in Bewegung.

Die strukturellen Treiber bleiben intakt

✅ Positives Signal für Grundstückseigentümer Laut Savills sind zwei Szenarien denkbar: Entweder setzt sich die moderate Erholung fort — oder erhöhter Verkaufsdruck bringt neue Dynamik in den Markt. Für langfristig orientierte Eigentümer und Käufer sind beide Szenarien handhabbar. Das Angebot an Grundstücken in guten Lagen bleibt das knappste Gut.

Ausblick: Was bedeutet das für Sie?

Die geopolitische Lage schafft kurzfristige Unsicherheit — das ist Fakt. Aber Unsicherheit ist nicht dasselbe wie Abschwung. Der Immobilienmarkt hat bewiesen, dass er Krisen verarbeiten kann, ohne strukturell zu brechen. Wer heute eine gut gelegene Liegenschaft besitzt oder erwirbt, profitiert langfristig von einer unverändert hohen Nachfrage bei sinkendem Neubauangebot.

💡 Unsere Einschätzung 2026 bietet — trotz allem — gute Einstiegsmöglichkeiten. Die Preiskorrektur ist weitgehend verarbeitet, das Angebot an Kaufobjekten steigt durch Verkaufsdruck, und die Fundamentaldaten bleiben intakt. Wer mit langem Horizont denkt, findet jetzt attraktive Konditionen.
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