Deutscher Immobilienmarkt Q1 2026: Stabilität trotz geopolitischer Turbulenzen
Das erste Quartal 2026 war geprägt von zwei Phasen: einem starken Jahresauftakt mit spürbarem Optimismus – und ab Ende Februar dem Ausbruch des Iran-Kriegs. Trotzdem zeigt der Markt bemerkenswerte Resilienz. Unsere Einschätzung für Grundstückseigentümer und Investoren.
Ein Quartal in zwei Akten
Der Januar und Februar 2026 starteten mit echtem Optimismus: DAX und S&P auf Allzeithochs, die EZB hatte die Zinsen mehrfach gesenkt, und das Kreditvolumen für Immobilien lag bereits 2025 rund 31 Prozent über dem Vorjahr. Institutionelle Investoren allokierten wieder verstärkt in deutsche Immobilien – als bevorzugten Core-Investmentmarkt in Europa.
Am 28. Februar änderte sich das Bild abrupt: Der Ausbruch des Iran-Kriegs mit anschließender Sperrung der Straße von Hormus schickte Energiepreise nach oben und erhöhte die Nervosität an den Kapitalmärkten. Doch was zunächst wie ein Schock wirkte, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als beherrschbar.
Was die Zahlen wirklich sagen
Entgegen mancher pessimistischer Erstreaktion zeigt das Q1 2026 auf aggregierter Ebene ein robustes Bild. Laut BNP Paribas Real Estate und altii lag das Transaktionsvolumen bei rund 8,6 Milliarden Euro — etwa 20 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Büroimmobilien legten sogar über 60 Prozent zu.
Der deutsche Immobilienmarkt hat die Talsohle durchschritten. Steigende Nachfrage, knappes Angebot, verbesserte Kaufkraft — alle relevanten Indikatoren zeigen nach oben.
— HomeScale Marktbericht, März 2026Besonders bemerkenswert: Im März verzeichneten die fünf größten deutschen Metropolen einen plötzlichen Nachfrageanstieg von rund 7 Prozent — die sogenannte „März-Anomalie“. Viele Kaufinteressenten sicherten sich Finanzierungen, bevor weitere Zinssteigerungen erwartet wurden. Ein klares Zeichen: Der Markt ist in Bewegung.
Die strukturellen Treiber bleiben intakt
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Wohnungsmangel als Preisanker In Deutschland fehlen aktuell rund 700.000 Wohneinheiten. Der Neubau deckt nur 58 Prozent des Bedarfs. Eine Entspannung ist vor 2030 nicht zu erwarten — das stützt Bestandsimmobilien und Grundstücke strukturell.
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Blasenrisiko deutlich gesunken Nach der Preiskorrektur 2023–2024 hat die Bundesbank ihre Überbewertungsschätzung von 25–30 % auf 10–15 % gesenkt. Der Markt steht auf gesünderem Fundament als vor der Zinswende.
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Kreditvolumen erholt sich 2025 wurden fast 20 % mehr Immobilienkredite abgeschlossen als im Vorjahr. Die Finanzierungsbedingungen verbessern sich — trotz leicht gestiegener Bauzinsen nach dem Irankonflikt.
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Deutschland bleibt Investoren-Zielmarkt Institutionelle Investoren aus dem Ausland allokieren weiterhin verstärkt in deutsche Core-Immobilien. Die geopolitische Stabilität Deutschlands ist ein Vorteil — auch und gerade in Krisenzeiten.
Ausblick: Was bedeutet das für Sie?
Die geopolitische Lage schafft kurzfristige Unsicherheit — das ist Fakt. Aber Unsicherheit ist nicht dasselbe wie Abschwung. Der Immobilienmarkt hat bewiesen, dass er Krisen verarbeiten kann, ohne strukturell zu brechen. Wer heute eine gut gelegene Liegenschaft besitzt oder erwirbt, profitiert langfristig von einer unverändert hohen Nachfrage bei sinkendem Neubauangebot.
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